Eine Initiative für Inklusion in den Gemeinden im Oberallgäu
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Gärtnern, um eine Aufgabe zu haben

Freitag, 27.05.2016 
von
Anita Mutvar 
zum Thema: 
Gartenprojekt Helferkreis Burgberg

Gärtnern, um eine Aufgabe zu haben. Selber Kräuter und Gemüse anbauen. Das können die Asylbewerber neben ihrer Burgberger Unterkunft. Es ist das erste Projekt dieser Art im Oberallgäu - initiiert und realisiert von Franziska Floris vom Unterstützerkreis für Asylbewerber in Burgberg und ihrem Team Garten. "Die Asylbewerber sollen dadurch wieder ein Stück Selbstbestimmtheit erlangen und eine längerfristige Aufgabe erhalten, die am Ende sogar noch schmeckt", sagt Floris und fügt an: "Nichts ist schlimmer als Langeweile." Bei der Gartenarbeit lernten die Asylbewerber auch noch spielerisch Deutsch. Der Garten soll zum Ort der Begegnung zwischen Einheimischen und Flüchtlingen werden, wünscht sich Floris. Dabei könne auch Gärtnerfachwissen ausgetauscht werden.

Das Team "Garten" hat zusammen mit den Flüchtlingen zehn Beete mit je zwei Quadratmeter Fläche angelegt. 77 Meter Holz für die Beeteinfassungen, sieben Kubikmeter Humus und 150 Liter Komposterde wurden verarbeitet. Bei schönstem Wetter waren die Flüchtlingsfamilien und das "Team Garten" in den vergangenen Tagen eifrig am Werkeln, Schaufeln und Harken. Selbst die Kleinsten packten ordentlich mit an. Anschließend wurden die Beete gerecht unter den Familien aufgeteilt, die sie ab sofort selbst bewirtschaften können.

"Unter den Asylbewerbern sind auch Bauern", sagt Floris, "sie sind froh, wenn sie ihrem gewohnten Handwerk nachgehen können." Es sei einfach und wichtig, sich selbst Kräuter und Gemüse anzubauen, sagt die 30-jährige' Mutter eines kleinen Sohnes. Die Materialen und die Geräte für die Arbeiten sind gespendet worden. Außerdem wurde das Team "Garten" fachkundig unterstützt von mehreren Firmen aus der Region. Die mit Gemüse- und Kräuterpflänzchen befplanzten Beete wurden mit geflochtenen Weidenzweigen umfasst. Flechterin Annette Rehle aus Ettensberg zeigte, wie's geht. 

Text: Helmut Kothe