Eine Initiative für Inklusion in den Gemeinden im Oberallgäu
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Arbeit - Orte

HOI! Psychosoziale Hilfsgemeinschaft e.V.

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Reporter_in
Ich melde das, weil…: 

soziale Arbeit für mich top ist. Meine persönliche Situation wäre wohl nicht so schlimm geworden, wenn ich schon früher bei so was wie dem HOI!-Verein gelandet wäre. Nach dem Verlust der Heimat, dem  Tod meiner Eltern und Streitigkeiten mit meinen Geschwistern habe ich den Halt verloren und bin in der Klinik gelandet. Das war so die Stunde Null.
Der HOI!-Verein hat mir nach meiner Entlassung einen Hoffnungsschimmer gegeben und mich unterstützt, wo ich was gebraucht hab. Zuerst mal in meiner Wohnung. Ich habe auch wieder das Kochen und Backen angefangen - ich bin nämlich ein Gourmet. Und dann zum Beispiel bei der Übernahme des Schrebergartens meiner Eltern. So alleine alles zu machen, das war ja ne Katastrophe. Jetzt geht's wieder.
Und ich habe auch wieder Arbeit. Bloß keine Zeitarbeitsfirma mehr! Im Holzwerkhaus der Diakonie verdiene ich mir zum meiner Erwerbsminderungsrente ein bisschen was dazu. Die Arbeitszeit ist total genial. Jeder hat so seinen Aufgabenbereich und die Sozialarbeiterinnen kümmern sich um einen. Und deswegen sag ich: Im Sozialsystem passt's einwandfrei. Mein Halt ist der Schrebergarten, mein Mofa und die Sozialarbeit. Dramatik ist in meinem Leben, keine Frage, aber der Humor ist geblieben.

und ich melde das weil...

ich nur empfehlen kann, dass andere Leute sich auch Hilfe suchen und nicht ewig herumdümpeln, bis es fast zu spät ist. Seit einem knappen Jahr wohne ich jetzt in einer kleinen Wohngemeinschaft von HOI! e.V. für Suchtkranke in einer Gemeinde im Oberallgäu. Hier habe ich Unterstützung gefunden, zu Hause in der WG und bei der Arbeit. In der WG ist immer jemand da, wenn was sein sollte. Ich bin halt nicht ganz alleine. Also, es ist eigentlich immer jemand da, wenn irgendwas sein sollte. Das Leben dort ist „ganz okay“, was so viel bedeutet wie gut. Die Mitbewohner sind eine wichtige Stütze für mich, vor allem als ein Rückfall war. Die kommen dann auch wieder auf mich zu: Jetzt komm halt raus da aus deinem Kabuff. Eigentlich bin ich gelernter Schlosser. Nach zehnjähriger Arbeitslosigkeit habe ich bei HOI! zunächst mit wenigen Stunden als Ehrenamtlicher gegen Aufwandsentschädigung begonnen. Meine Aufgabe sind vor allem Räumungen und Umzüge mit dem Dienstleistungsservice. Wir sind ein gutes Team. Mit der Unterstützung von HOI! und dem Jobcenter habe ich vor kurzem  einen befristeten Arbeitsvertrag, also nach so vielen Jahren ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis begonnen. Das motiviert mich, weiter zu machen. Ich träume schon davon, irgendwann wieder in einer eigenen Wohnung zu leben und einen "normalen" Job in Vollzeit zu haben.

Cap-Markt Betzigau

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